Die 5 Elemente

Die 5 Elemente

5 Elemente ? – sollte das nicht 4 Elemente heißen ?

Luft • Feuer • Erde • Wasser

Nach der Lehre der griechischen Naturphilosophen, geprägt vor allem durch Empedokles im 5. Jahrhundert v. Chr., besteht die Welt aus diesen 4 Grundelemente. Er beschreibt sie, als in sich unveränderliche Wurzel- oder Urkräfte, die ewig existieren. Und obwohl sie in sich nicht wandelbare Zustände sind, vergeht alles Existierende durch Liebe und Streit zwischen diesen Elementen.  Auch werden ihnen u.a. Aggregatzustände, Temperamente und Farben zugeordnet:

ELEMENTAGGREGATZUSTANDTEMPERAMENTFARBE
Luftdas GasförmigeSanguinikergelb
Feuerdas alles VerzehrendeCholerikerrot
Erdedas FestePhlegmatikergrün
Wasserdas FlüssigeMelancholikerblau

In der fernöstlichen Lehre (Daoismus) werden 5 Elemente beschrieben

Holz • Feuer • Erde • Metall • Wasser

Diese 5 Elemente beschreiben keine statischen Zustände, sondern fortlaufende dynamische Prozesse. Sie stehen miteinander in Verbindung, können sich gegenseitig stärken, kontrollieren oder auch schwächen und schädigen.

Die Veränderungen in der Natur im Laufe eines Jahres sind zum Beispiel solche dynamischen Prozesse und werden als Wandlungsphasen der Natur betrachtet. Wir nennen sie Jahreszeiten. Und jeder Jahreszeit ist eines der fünf Elemente zu geordnet, die die Rhythmen, Entwicklungen und Bedürfnisse allerLebewesen beeinflußen.

… bildet den Höhepunkt des Zyklus und ist das Element des Sommers.
Es weißt auf die Dynamik, den Überschwang und die Farbenfülle dieser Jahreszeit hin.
Und beinhaltet Hitze, Lebenskraft, Ausstrahlung, Freude und Lebendigkeit. Die Organe dieses Elementes sind das Herz und der Dünndarm. Beide Organe schaffen das Leben und ernähren den ganzen Organismus. Der Dünndarm, der die Nahrung in wichtige und unwichtige Teile aufteilt und dem Organismus zur Verfügung stellt. Und das Herz, das den ganzen Organismus über das Blut mit Gutem versorgt und gleichzeitig über die Lunge auch das Schlechte entsorgt. Die Dynamik dieser beiden Organe schafft die Lebenskraft und Lebendigkeit.Die Lebensphase dieses Elemente ist die späte Jugend und das junge Erwachsenenalter – die Zeit, in der uns besonders wichtig ist, was „uns am Herzen liegt“.

… ist das Element des Spätsommers und Frühherbstes.
Die Jahreszeit, in der die Reifung vom Samenkorn zur Frucht vollendet wird. Früchte werden gebildet, die Pflanzensäfte sinken hinab zur Erde und die Blätter verfärben sich. Erde wird verbunden mit den Organen Magen und Milz. Sie wandeln unsere aufgenommene Nahrung so um, dass unser Organismus sie nutzen kann. Sie wirken ausgleichend und fürsorgend. Erde steht für Wandel, etwa die Metamorphose zur Fruchtbildung und für Nahrung, die sie erzeugt und für umhüllende Wärme und Fürsorge. Und gleichzeitig steht sie auch für Stabilität und Mitte sie erzeugt. Mit all diesen Wesensaspekten beschreibt Erde das reife Erwachsenenalter, die Lebenszeit in der wir Familie aufbauen.

… ist das Element des Herbstes. Die Jahreszeit, die wir mit den Prozessen des Rückzuges, der Reife und des Loslassen verbinden.
Die Organe, die in TCM mit diesem Element verbunden werden, sind die Lunge und der Dickdarm – zwei Organe, die eng mit den Prozessen des Loslassen und der Ausscheidung verbunden sind. Metall ist klar und scharf – es kann sowohl schützen, als auch verletzten. Und es steht für Kontraktion, Klarheit, und Loslassen. In der Natur ist es zum Beispiel die klare Schärfe eines Herbstmorgens oder der Klang eines Gongs. In seinen Wesensaspekten beinhaltet es Achtsamkeit, Ehrlichkeit aber auch Trauer.
Die Erkenntnis eigener Werte und des eigenen Wertes, auch in Abgrenzung zu anderen und nach außen gibt uns in einem gewissen Maß Härte, aber vor allem auch Struktur.
Die Lebensphase ist das beginnende Alter.

… steht im Kreislauf unten und bildet somit ruhenden End- und Ausgangspunkt des Kreislaufs. Es ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Dynamik und es ist das Element des Winters (siehe hierzu auch meinen Newsletter von Januar 2024). Winter ist die Jahreszeit des Innehaltens und Pausierens, des Rückzuges und Loslassen, aber auch des Kräftesammelns. Die zugehörigen Organe in der TCM sind die Niere und die Blase – auch hier geht es ums Loslassen, Reinigung und Regeneration. Wasser kann tief und ruhig, aber auch bewegt und bewegend sein. Es steht für Betrachtung, Kontemplation, für Regeneration und die Erfassung der Lage, für Weisheit und den Rückzug im hohen Alter. Und gleichzeitig auch für die Empfängnis und den Beginn des Lebens und für Willenskraft. Wasser steht am Ende und auch am Anfang des Kreislaufs. Hier werden die Kräfte gesammelt, die für den (Neu-)Anfang, für den Frühling, gebraucht werd. Die Lebensphase ist das hohe und Greisenalter.

In der 5-Elementen Lehre nehmen wir wahr, was diese Wandlungsphasen und Abläufe fließen läßt oder auch schwächt und bremst – siehe hierzu das Bild oben.
Beschrieben wird dies in Form von Zyklen:
• Nährungszyklus und Schwächungszyklus
• Kontrollzyklus und Schädigungszyklus

Nährungszyklus (Erzeugung) Holz nährt Feuer, Feuer nährt Erde (Asche), Erde bringt Metall (Mineralien) hervor, Metall sammelt (in Gefässen) und nährt (mineralisiert) Wasser, und Wasser lässt Holz wachsen.

Dem entgegengesetzt verläuft der Schwächungszyklus (jedes Element nährt sich durch Schwächung seines Vorgängers) Holz saugt Wasser auf, Wasser korrodiert Metall, Metall zieht Mineralien aus der Erde, Erde erstickt Feuer undFeuer verbrennt Holz.

Kontrollzyklus (Regulierung) Jedes Element hält ein anderes im Gleichgewicht, damit keine Kraft überhandnimmt: Feuer kontrolliert Metall (schmiedet), Metall kontrolliert Holz (Axt), Holz kontrolliert Erde (Wurzeln stützen das Erdreich), Erde kontrolliert Wasser (z.B. Deichbau), Wasser kontrolliert Feuer (löscht)

Dem entgegengesetzt verläuft der Schädigungszyklus (wirkt destruktiv und verletzend) Holz macht Metall stumpf, Metall nimmt Hitze (Feuer) auf, Feuer verdampft Wasser, Wasser weicht Erde auf (Erosion), Erde erstickt Holz.

Die Jahreszeiten und ihre Elemente sind nicht nur bestimmend für die Natur um uns herum , sondern, da wir Teil dieser Natur sind, beeinflußen sie auch unseren Organismus.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird der Körper nicht singulär gesehen, sondern als Teil eines größeren, alles umfassenden Organismus. Verbunden sind wir mit diesem über die Chakren – dies sind Zentren, durch die Energie ein- und ausströmt. Über Energiebahnen, die Meridiane, durchströmt diese Energie unseren Körper und verbindet die Organe miteinander.

Und so beschreiben die fünf Elemente auch die Prozesse und Abläufe im Körper. Über die Meridiane stehen die Organe miteinander in Verbindung, können sich gegenseitig nähren und kontrollieren, aber auch schwächen oder schädigen.

Wir können beeinflußen, ob wir mit oder gegen diese Zyklen leben. Zum Beispiel durch unsere Ernährung, Meditation, Bewegung und Atmung. Eine weitere Hilfe dabei bietet uns Yin Yoga – genauer beschrieben habe ich dies hier.

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